Die Stiftung “Anerkennung und Hilfe”

Die Stiftung “Anerkennung und Hilfe” hat im Auftrag von Bund, Ländern und Kirchen sowie deren Wohlfahrtsverbänden Anfang des Jahres 2017 Ihre Arbeit aufgenommen. Der Gründung dieser Stiftung ging ein Beschluss der Bundesregierung voraus. Obwohl der Bundestag bereits im Jahre 2012 (!) die Bundesregierung aufgefordert hatte, ein Hilfesystem zu errichten für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben, dauerte es unwürdige fünf Jahre, dieses Hilfesystem zu etablieren. Eine Petition, das ständige Einwirken von Opfervertretern und mehrere Großdemonstrationen waren notwendig, um die Regierung überhaupt zum Handeln zu bewegen.

Viele der Opfer haben das Jahr 2017 gar nicht mehr erlebt. Das war wohl eine weitgehend biologische Lösung des Problems um “Anerkennung und Hilfe”.

Vorangegangen war ein würdeloses Geschacher um die Höhe der Entschädigungen – von 5.000 bis 10.000 Euro Einmalentschädigung waren die Vorstellungen der Beteiligten – und um die aufwändige Verwaltung des Entschädingsfonds. Herausgekommen ist ein fauler Kompromiss.

Wer aus diesem nun funktionierenden Entschädigungsfonds einen Anspruch geltend machen möchte, dem bleibt nicht viel Zeit. Nur noch bis Ende 2019 kann man sich dort registrieren.

Ähnlich wie bei den Stiftungen zur Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs und Heimkindern heisst es: “Den letzten beißen die Hunde”.

Opfervertreter sind übrigens aus der Verwaltung der Stiftung ausgeschlossen. Man bleibt lieber unter sich. Ob und wie die Stiftung Ihren Auftrag nach wissenschaftlicher und historischer Aufarbeitung nachkommt, bleibt abzuwarten. Betroffene werden dort zwar zu einem Gespräch mit geschulten Psychologen eingeladen, eine wirkliche wissenschaftlich oder historisch verwertbare Feststellung von Fakten, Namen oder Begebenheiten findet bei diesen Gesprächen jedoch nicht statt. Die Auszahlung der einmaligen monetären Entschädigung ist problemlos, man setzt offenbar darauf, daß Ruhe einkehrt, wenn das Geld erstmal auf dem Konto der Opfer ist.

Hintergrundinformationen zur Stiftung

Homepage der Stiftung

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